Tierarztseite

 
Auf dieser Seite erhalten Sie von Tierärzten Auskunft über :

Impfungen - Wurmkuren - PAT-Werte - Schweißbildung - Haut - häufige Pferdekrankheiten und noch so einiges mehr !

Falls Sie Fragen, Kritik oder Erfahrungswerte zu diesen Themen haben, aber auch über andere Themen etwas erfahren möchten, bitten wir Sie uns dies wissen zu lassen! Wir versuchen die Themen allgemein verständlich zu schreiben und das Wesentliche (in der Kürze liegt bekanntlich die Würze) zusammenzufassen. Wir hoffen, daß ihre Fragen dadurch beantwortet werden. Viel Spaß beim Lesen!
 

Impfungen:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tetanus (Starrkrampf): muss grundimmunisiert sein (je nach Impfstoff zwei Injektionen im Abstand von 4 - 6 Wochen und dann evtl. nach 1 Jahr. Wiederholungsimpfung alle 2 (- 4) Jahre). Der Tetanusschutz ist sehr sehr wichtig, damit es nach einer einfachen Verletzung (z.B.: Weide-, Dorn-, Trittverletzung, Vernagelung, Schur, Verletzung der Verdauungsapparates durch Würmer) nicht zu einem Starrkrampf kommt, der sich durch gesteigerte  Reflex- und Dauerkrämpfe kennzeichnet. Verursacht wird dieser durch ein Bakterium (Clostridium tetani), welches in oberflächlichen, schweren Bodenschichten, vor allem Acker- und Gartenerde, im Straßenstaub und in verschiedenen Futtermitteln vorkommt (dementsprechend befinden sie sich auch im Darminhalt der Tiere und der Menschen). Vom Eintritt der Keime bis zu den ersten Krankheitsanzeichen können bis zu 3 Wochen vergehen, da das Bakterium ein Toxin bildet, welches sich mit Blut und Lymphe ausbreitet und über die Nerven ins Zentrale Nervensystem (ZNS) gelangt. Bei raschem Verlauf tritt der Tod durch die toxische Schädigung des Atemzentrums ein.

Tollwut (Wutkrankheit): Tollwut wird aktiv immunisiert, was bedeutet das keine Grundimmunisierung erforderlich ist. Eine einmalige Impfung ist zur Immunisierung in der Regel ausreichend. Pferde sollte spätestens 14 Tage vor dem Weideaustrieb immunisiert werden. Geimpfte Tiere sind mindestens über einen Zeitraum von 1 Jahr geschützt. Danach sind Wiederholungsimpfungen angezeigt. Die Tollwut wird verursacht durch einen Virus. Im typischen Fall gelangt das Virus bei einer Bißverletzung mit dem Speichel in das geschädigte Gewebe. Bei einem infizierten Hund wird das Virus mit dem Speichel bereits 3 bis 5 Tage (Katze 1 Tag) vor Auftreten der klinischen Erscheinungen ausgeschieden! Auch Harn, Kot, Milch und Blut können virushaltig sein. Pferde zeigen zuerst Juckreiz an der Bißstelle, werden unruhig, sind schreckhaft, Angriffslustig, bis es dann zur Krämpfen und Lähmungserscheinungen kommt.

Wichtig: Kranke und verdächtige Tiere dürfen weder behandelt noch geschlachtet werden. Bei Impfschutz kann von einer Tötung abgesehen werden.

Influenza:

AUFGRUND DER HOHEN STALLDICHTE (das bedeutet die Abstände zwischen den Ställen ist geringer geworden) MIT GROSSER PFERDEFLUKTUATION (erhebliche Pferdebewegung durch Turniertätigkeiten auch Freizeittunieren !, Wander- und Ausritte, An- und Verkauf) wird die Immunisierung  der Pferdegrippe angeraten. Der natürliche Schutz des Pferdes gegen das Keimmilieu im Stall wird bei jedem neuen Kontakt mit anderen (nicht zum Stall gehörenden) Pferden gestört. Die Abwehrbereitschaft des Tieres wird zusätzlich durch den Transport, ungewohntes, neues Gelände, Streß etc. herabgesetzt, was zur Schwächung des Immunsystems führt und daher zur Abwehrschwäche. Weitere Risiken stellt die Fluktuation von Pferden unbekannter Herkunft und Impfstatus in eine mehr oder weniger geschlossenen Pferdebestand dar. Zu vermeiden ist vor allem ein Kontakt zwischen empfänglichen, nicht regelmäßig geimpften Tieren mit infizierten Tieren.

Die Pferdeinfluenza muss grundimmunisiert werden mit zwei Impfungen in einem Abstand von 6 Wochen und einer weiteren Impfung nach 5 Monaten. Die Wiederholungsimpfungen sind (nach den Empfehlungen der Hersteller) nach 12 Monaten ausreichend, jedoch wird für Turnierpferde von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) eine Reimmunisierung alle 6 Monate vorgeschrieben. Aufgrund der Tatsache, daß der Impfschutz gegen Ende des Impfjahres abnimmt, die Pferdepopulation stark zu genommen hat, eine Teilnahme auch an Freizeitturnieren, Ausritten, Wanderritten und Pferdeurlauben Ansteckungsgefahren mit zusätzlicher Schwächung des Immunsystems bedeuten, sollten auch Freizeitreiter sich Gedanken machen, ob für ihr Pferd eine mehrmalige Impfungen im Jahr nicht von großem Vorteil wäre.

Die Pferdegrippe oder Equine Influenza wird vor allem von zwei verschiedenen Virusstämmen verursacht, dabei kommt es zu einer akuten Entzündung des Atmungstrakts mit möglicher Sekundärinfektion von verschiedenen Bakterien (z.B.: Streptokokken). Die (Tröpfchen-) Infektion führt nach 1- 3 Tagen zu hohem Fieber (bis 42°C für ca. 3 Tage) und Husten. Dabei breitet sich die Krankheit schnell im betroffenen Stall aus. Die Erkrankung  dauert ca. 2 Wochen, jedoch kann bei Komplikationen (Herzmuskel-, Gehirn-, Lymphknotenveränderungen, bakterielle Sekundärinfektion)  die Erkrankung mehrere Monate dauern. Absolute Ruhe während der akuten Phase ist dabei entscheidend für den Verlauf der Krankheit (Temperaturkontrolle !). Die Arbeit sollte erst 2 bis 3 Wochen nach Abklingen der Krankheitsanzeichen langsam aufgenommen werden, ein Weideaufenthalt ist empfehlenswert.

Equines-Herpes-Virus-(EHV)-Infektion: muss grundimmunisiert (EHV-1 und/oder EHV-4) werden und zwar zweimal im Abstand von ca. 6 Wochen mit einer weiteren Impfung nach 2 - 6 Monaten (je nach Hersteller). Die Wiederholungsimpfung erfolgt alle 6 Monate!

Wichtig: Geimpfte Tiere können nach einer Infektion trotzdessen Virusträger werden und zeitweise auch den Virus ausscheiden ohne zu erkranken. Daher sollten nur geimpfte Pferde in geimpfte Bestände eingestellt werden (Bestandsimmunität)! Eine Seuchenfreiheit wird nur  durch verbringen aller Virusträger erreicht.

Von der derzeit 5 bekannten Herpesvirustypen der Pferde führen drei zu akuten klinischen Erscheinungen.

EHV Typ 1: Virusabort der Stuten und neurologische Ausfälle bei Fohlen, evtl. Hornhautentzündungen

EHV Typ 4: vor allem Atemwegserkrankung

EHV Typ 3: "Bläschenausschlag" bei Stuten und Hengsten

Nach einer Tröpfcheninfektion kommt es nach 3 - 10 Tagen zu einer meist milden Atemwegserkrankung (nur bei jungen Pferden eher in schwere Form - Bronchitis - übergehend) mit mittelgradigem Fieber, trockenem schmerzhaftem Husten und einer  Bindehautentzündung. Die Krankheitsdauer beträgt in der Regel nur wenige Tage, der Husten kann jedoch länger anhalten. Bei trächtigen Stuten, die meist klinisch unauffällig sind, d.h. nicht erkranken, kann es dann im 7.- 8. Trächtigkeitsmonat zum Verfohlen bzw. zur Geburt von lebensschwachen Fohlen kommen. Weiterhin wurden bei infizierten Tieren, verursacht wird durch eine Entzündung des Rückenmarks, neurologischen Ausfälle beobachtet. Diese Tiere zeigen Lähmungen der Hinterhand und, jedoch seltener, des Nervus facialis (Gesichtslähmung). Desweiteren wird beim Pferd von einer schmerzhaften Hornhautentzündung, ausgelöst durch eine Infektion mit Typ 1, berichtet, bei der es zu kleinen, punktförmigen Hornhautdefekten kommt.

Der "Bläschenausschlag" ist in der Regel ein gutartig verlaufende Deckseuche, die durch Bildung von Bläschen im Bereich der Scheide bzw. des Penis gekennzeichnet ist. Nach dem Deckakt entstehen nach 1 - 10 Tagen diese Bläschen einhergehend mit schmerzhaften Schwellung im Genitalbereich. Nach der Abheilung bleiben pigmentlose Flecken im Bereich der Vulva zurück. Erkrankte und ansteckungsverdächtige Tiere werden einer Decksperre unterworfen. Da der Virus im Körper bleiben kann,  sollten die genesenen Tiere auch später nur untereinander gepaart werden.

 

 

Wurmkuren / Parasitäre Würmer:

 

Empfehlung zur Entwurmung:

Im Stall gehaltene Pferde: 2-mal jährlich und Pferde mit Weidegang: 3 - 4 mal jährlich und zwar 1. Ende April/Anfang Mai, dann 2. Juli/August und 3. Mitte November (gegen Dassellarven!).

Als hygienische Maßnahmen im Stall gelten die tägliche Entfernung des Kotes (senkt Infektionsdruck) aus den Laufboxen, Stall bzw. Paddocks. Auch sollte ein Füttern vom Boden in Laufställen untersagt bleiben.

Im allgemeinen sollte man einen Überbesatz der Weiden vermeiden. Man kann auf einer Standweide, die Tiere bei Wurmbefall (Kotprobe) im Intervall von 6-8 Wochen entwurmen und den Kot zweimal wöchentlich absammeln. Bei Befall bestimmter Wurmarten ist dann bei Aufstallung im Herbst an bis 5 aufeinanderfolgenden Tagen zu entwurmen.

Auch Fohlen und ältere Pferde sollten öfters und regelmäßiger entwurmt werden wegen geringerer Körperabwehr.

Die Wurmkuren sollten jährlich gewechselt werden, um Resistenzen zu vermeiden. Die für die Pferdepraxis empfohlenen Wurmmittel haben im allgemeinen eine sehr gute Verträglichkeit und sind hochwirksam. Daher können die meisten Präparate ohne Risiko mit dem Futter bzw. ins Pferdemaul appliziert werden und bei tragenden bzw. milchgebenden Stuten und Fohlen angewandt werden.

1. Saugwürmer (Klasse der Trematoden) Bei Pferden kommt es nur sehr vereinzelt zu einer Infektion von Saugwürmer. Die bekanntesten sind dabei der Leberegel (bei 60-80% der Pferde in Westirland) und der kleine Leberegel.

2. Bandwürmer (Klasse der Zestoden) Beim Pferd sind drei verschiedene Bandwurmarten bekannt. Eine 1-4 cm lange Art kann sich im Dünndarm, eine 80 cm lange Art kann sich im Leerdarm und und die am häufigsten gefundene 12 - 25 cm lange Bandwurmart kann sich zwischen Hüft- und Blinddarm niederlassen. Sechs bis zehn Wochen nach der Infektion kommt es zum Ausscheiden der Eier bzw. Bandwurmglieder, diese sind jedoch nicht immer und schwierig nachzuweisen. Eine Befall mit Bandwürmern kann aufgrund von Nahrungsentzug, Toxinen, aber vor allem durch Schleimhautdefekten, Blutungen und Entzündungen der Darmschleimhaut  zu Koliken, Verdauungsstörungen und Durchfall führen. Meistens liegt nur ein schwacher Bandwurmbefall vor, so daß diese Krankheitsanzeichen ausbleiben.

Entwicklung der Saugwürmer über einen Zwischenwirt: Schnecke, der Bandwürmer über Moosmilben,

3. Faden- und Rundwürmer (Klasse der Nematoden) Die wesentlichen und meisten Erkrankungen durch Würmer werden durch die Faden- und Rundwürmer verursacht. Diese Würmer besitzen keinen Zwischenwirt.

1. Zwergfadenwurm (3-9 mm lang, S. westeri) Dies ist ein häufiger Dünndarmparasit beim Fohlen, der über die Milch aufgenommen werden kann, jedoch dringen Larven ansonsten über die Haut in das Pferd ein (Gefäßen - Herz - Lunge - Luftröhre - in den Darm). Nach dem Befall dieser Wurmart entwickeln die Jungtiere eine gewisse Immunität, so daß es bei einer Reinfektion zur Abkapselung kommt.

2. Palisadenwürmer ( 2-4 cm große Strongylus vulgaris, S. equinus, edentatus und die kleinen Strongyliden) sind die häufigsten und wirtschaftlich bedeutendsten Fadenwürmer beim Pferd. Diese Würmer können ohne einen Zwischenwirt sich sowohl im Pferd als auch teilweise außerhalb entwickeln. Während ihrer Entwicklung können sie eine Ruhepause im Pferd einlegen (Hypobiose).  Die Zeit von der Infektion (mit einer Larve) bis zur Ausscheidung der Eier (Entwicklung zum Adulten) ist je nach Wurmart unterschiedlich. Bei den kleinen Strongyliden dauert diese nur 7-9 Wochen und die Ausscheidung der Eier findet zwischen Juni und Mitte Oktober statt. Die großen Strongyliden differieren von 7 bis zu ca. 12 Monaten (letztere S. edentatus). Die Ausscheidung der Eier kann bis zu 1 1/2 Jahren dauern.

Wichtig noch zu wissen ist, das diese Wurmarten Dickdarmbewohner sind (teilweise mit einer Wanderung durch die Leber: S. equinus und S. edentatus) und anfänglich teilweise zu Fieber mit Freßunlust,  Koliken, aber auch Abmagerungen, chronischem Durchfall etc. führen. Verirrte Larven können das Rückenmark schädigen und zu Lahmheiten der Hinterhand führen.

Im Sommer bleiben die Larven auf der Weide bis zu 6 Wochen lebensfähig und im Winter stirbt ein erheblicher Prozentsatz ab, doch sind die im Herbst noch beweideten Wiesen im Frühjahr nicht larvenfrei!!! Diese können bis in den Juni auf der Weide lebensfähig bleiben.

Durch Bodentrocknung gewonnenes Heu ist larvenfrei, in gerüstgetrocknetem Heu bleiben Larven der großen Strongyliden mehrere Wochen, der kleinen bis zu 8 Monate lebensfähig.

3. Spulwürmer wird vor allem bei Fohlen und Jährlingen beobachtet (Parascaris equorum). Die Entwicklung geht von der Leber in die Lunge und über die Luftröhre in den Dünndarm. Die Ausscheidung der Eier erfolgt nach ca. 3 Monaten (Nachweis im Kot) und dauert höchsten 2 Jahre. Die Tiere sind eher mager, können Koliken, zeigen Freßunlust. Kotentfernung und eine intensive Stallreinigung sind hier Priorität.

4. Pfriemenschwänze (Oxyuris und Probsmayria) Diese Wurmarten (Dickdarmbewohner) führt unseren Pferden keine große Schädigung zu, jedoch legt das Weibchen der Oxyuren seine Eier im Paket am Anus ab. Diese Eischnüre trocknen dann ein und führen zu einem starken Juckreiz und Scheuern der Schweifrübe! Probstmayria fühlt sich so wohl, daß er meistens jahrelang im Darm bleibt. Diese beiden Genossen werden sehr gut mit der Herbstentwurmung verabschiedet. Wobei auch die oben genannten hygienische Maßnahmen nicht zu vergessen sind.

5. Lungenwurm (Dicyocaulus arnfieldi) ist einer der Würmer, der den Winter auf der Weide nicht übersteht. Das Problem was man bei dem einzigen Lungenwurm der Pferde hat, ist das 80% der Esel, die mit dieser Wurmart befallen sind, keine klinischen Anzeichen zeigen. Sie scheiden ihr ganzes Leben die Eier aus. Daher treten bei Pferden meist nur ein Lungenwurmbefall auf, wenn sie mit Eseln zusammenstehen. Außerdem kann man beim Pferd die Eier nicht im Kot nachweisen, dies ist nur beim Esel möglich. Daher sollte Schleim aus der Luftröhre entnommen werden zum eventuellen Nachweis der Larven. Das Pferd leidet unter einer Bronchitis mit anhaltendem, trockenem Husten.

6. Rollschwänze (Habronema und Thelazien) Habronemaarten kommen im Magen des Pferdes vor und werden über Stechfliegen übertragen. Die von den Nüstern in den Magen gelangenden Larven sorgen für eine Magenentzündung. Zeitweise können verirrte Larven auch in der warmen Jahreszeit zu schlecht heilenden Sommerwunden (Kopf, Sattellage, Beinen) führen.

Thelazien sind bis zu 2 cm große Parasiten der Bindehäute, die auch über Fliegen übertragen werden und eine Augenentzündung hervorrufen können

Hier sind einige der interessantesten und wichtigsten parasitischen Wurmarten der Pferde besprochen worden, jedoch noch nicht alle. Andere hier nicht erwähnte Wurmarten kommen z.B. aus den USA, Osteuropa, Asien, aber auch bei uns vor. Sollte Interesse bestehen über einen bestimmten Endoparasiten (z.B. Wurmart) mehr zu erfahren, dann laßt es uns wissen.

 

 

PAT-Werte:

 

Um sich und sein Pferd besser kennen zu lernen, zu schützen und einzuschätzen, sollte man die Puls-, Atmungs- und Temperaturwerte (PAT-Werte) in der Ruhe und unter der Belastung kennen! Hier werden die Normal- und Belastungswerte aufgeführt. Doch versuchen Sie und üben Sie doch einmal zu Hause bzw. im Stall diese Werte zu messen. Nicht nur ihr Pferd, sondern auch Sie sollten angemessen zu ihrer Kondition belastet werden. Fragen Sie doch ihre/n Tierarzt/in, ob er/sie beim nächsten Besuch etwas mehr Zeit mitbringen könnte und ihnen an ihrem Pferd zeigen kann wie man den Puls und die Atmung überprüft. Nur viel Übung, Geduld und Fingerspitzengefühl helfen Ihnen dabei.

Puls:

Die Herzfrequenz liegt zwischen 28 - 40 Schlägen pro Minute in der Ruhe. Bei hoher Belastung kann ein Puls von bis zu 220 Schlägen pro Minute gemessen werden. Das Gesamtherz pumpt dann bei großen Pferderassen rund 600 Liter Blut pro Minute !

Eine normale Erhöhung der Pulsfrequenz findet vor allem unter Belastung statt. Eine pathologische Erhöhung findet man z.B. bei: akuten Entzündungen im Hufbereich, Einschüssen, Knochenbrüchen, Erschöpfungen, Koliken, Vergiftungen, Erkrankungen der Atemwege etc.

Am Besten überprüft man den Puls am Unterkieferknochen (A. facialis, dort wo der Kehlriemen den Unterkiefer berührt). Den Schweif oder die Beine finde ich eher ungeeignet, da man mit dem Abwehrverhalten des Pferdes rechnen sollte und man am Besten am Kopf für eine sichere und ruhige Überprüfung sorgen kann.

Atmung:

In Ruhe sollte die Atmung bei 8 - 16 Züge pro Minute liegen. Bei hoher Belastung können bis zu 100 Atemzüge pro Minute gemessen werden. Das Atemzugvolumen liegt in der Ruhe bei 1 Liter pro 100 kg Lebendmasse (LM) und in hoher Belastung kann diese fast bis 200 Liter pro 100 kg LM betragen!

Einer normale Erhöhung der Atemwerte kommt bei der Belastung, Aufregung und Streß zustande. Erhöhte Atemwerte bei Schmerz, bei Veränderungen der Atemwege, Koliken, etc. gemessen.

Zur Überprüfung der Atmung kann man die Hand an die Flanke legen und das Heben des Rippenbogen bzw. Bauches fühlen. Weiterhin kann man die Hand an die Nüstern legen bzw. diese nur beobachten. Dabei sollte man nur das Einatmen nicht auch noch das Ausatmen mitzählen;)

Temperatur:

Die normale Körperinnentemperatur liegt zwischen 37,0° - 38,0°C. Bei Belastung kann diese bis ca. 39,0°C.

Bitte nicht fühlen, sondern die Temperatur sollte rektal gemessen werden. Auch hier möchte ich auf den korrekten Umgang mit dem Pferd hinweisen. Das Pferd sollte nicht einfach alleine und am Besten noch lang und unsachgemäß angebunden werden. Eine Überprüfung sollte nur zu zweit vorgenommen werden und Sie sollten hier nicht riskieren in die Enge und/oder verletzt zu werden!

 

Schweißbildung

(Leistung / Wärmehaushalt)

 

Körperflüssigkeit:

ein 500 kg Pferd besitzt 300 Liter Körperflüssigkeit, davon befinden sich 200 Liter in den Zellen (intrazellulär) und 100 Liter außerhalb der Zellen (extrazellulär).

Schweiß:

Das Pferd reguliert seinen Wärmehaushalt ähnlich wie der Mensch vor allem durch Schweißbildung und -verdunstung. Über den ganzen Körper verteilt mit großer Dichte an Schulter, Hals und Unterbauch liegen Schweißdrüsen, die innerhalb kurzer Zeit erhebliche Schweißmengen produzieren können. Ein Pferd kann rund 1 Liter pro 100 Liter LM pro Stunde (bei mittlerem Trab, 18-20°C) produzieren. Ein 500 kg Pferd kann somit bei hoher Belastung in 4-5 Stunden bis zu 35-45 Liter Schweiß verlieren! Das sind bis 15% der Körperflüssigkeit in Elektrolyten (siehe oben)!

Ein Pferd das zu wenig schwitzt, hat nur eine geringe Leistungsfähigkeit, da es kaum Wärme abgeben kann. Jedoch wird durch Training die Temperatur herabgesetzt, an der das Pferd anfängt zu schwitzen und damit eine verbesserte Temperaturregulation erreicht.

Wichtig zu wissen ist, daß man den Pferden vor einem (z.B.) Wanderritt diese Elektrolyte nicht verabreichen kann, da der Körper diese nicht speichert. Man sollte dafür sorgen, daß sie diese jedoch spätestens nach dem Ritt portioniert wieder bekommen. Am Besten legt man bei größerem Ritt mehrere kleine Pausen ein und läßt die Pferde grasen. Wasser sollten die Pferde nicht zu kalt und nicht zu schnell aufnehmen (bei langen Ritten vor allem). Die Natriumkonzentration des Pferdesschweißes entspricht der des Plasmas, aber seine Chlorid- und Kaliumkonzentration sind weit aus höher. Starkes Schwitzen führt zu Verlusten von Natrium, Chlorid, Kalium, Kalzium und Magnesium. Bei mäßiger bis starker Belastung können die Pferde diese Verluste durch normale Wasser- und Futteraufnahme innerhalb von sechs Stunden wieder ausgleichen.

 

Haut

(Satteldruck und bei Belastung)

 

Satteldruck:

Hier soll nur kurz eingeleitet werden, warum es zur Entstehung von Satteldruck kommen kann.

Ursachen: schlecht passender Sattel, verunreinigte oder verrutschte Satteldecken bzw. Pads, schlechte Gewichtsverteilung über der Sattelregion und unsachgemäßes Absatteln vor allem nach längeren Ausritten.

Jedem sollte klar sein, daß bei Belastung (damit ist nur das Reiten gemeint, sondern auch unser Gewicht!) sprich Arbeit Wärme entsteht. Die durch Muskelarbeit anfallende Wärme muß das Pferd schnell und wirksam abgeben. In physikalischer Hinsicht geschieht dies über die Konvektion (Strömung), Verdunstung, Strahlung und Leitung. (Gegrüßt sei der Physikunterricht :)). Erhöht wird die Wärmeabgabe durch das Schwitzen (s.o.), ein gesteigertes Herzminutenvolumen mit gesteigerter Hautdurchblutung.

Die Wärme gelangt über das Gefäßsystem (Erweiterung der Hautgefäße) aus dem Körperkern zur Haut, wo sie durch Konvektion und Verdunstung abgegeben wird. Nun kann es durch die Veränderung der Blutzirkulation im Bereich der Sattellage (aufgrund von lokaler Minderdurchblutung bei schlecht sitzendem Sattel) zum Austreten von Lymphflüssigkeit in das Gewebe und damit auch zu einer sichtbaren Schwellung kommen (Satteldruck). Vorbeugend sollte man daher nicht nur ein gut trainiertes Pferd mit guter Rückenmuskulatur haben (denn ohne Muskeln, kann auch der Sattel nicht passen), sondern einen guten Sattel, eine passende saubere Unterlage, ein geputztes ! Pferd, anständig gesattelt und vor allem nach einem langen Ritt nie sofort den Sattel vom Pferd nehmen, sondern erst mal führen (ohne Gewicht) und dann langsam den Sattelgurt lösen. Sollte das Pferd trotz guter Sorge einen Satteldruck haben, sollte man als erste Maßnahme einen trockenen Schwamm mit einen elastischen Gurt über den Satteldruck anbringen (kein Alkohol, kein Franzbranntwein), damit die Lymphe wieder von den Gefäßen aufgenommen werden kann. Des weiteren müßte es für selbstverständlich angesehen, daß dieses Pferd erst einmal in nächster Zeit (evtl. 1-2 Wochen, je nach Ausmaß) Ruhe bekommt.

 

 

Ankaufs-

untersuchung:

 

in Bearbeitung
Fieber: in Bearbeitung
offene Wunden: in Bearbeitung
Zahnprobleme: www.pferdezahn-tieraerztin.de
Husten: in Bearbeitung
Lahmheiten: in Bearbeitung
   
Hufrehe: in Bearbeitung
Sommerekzem: in Bearbeitung
Kolik: in Bearbeitung
Hufrolle: in Bearbeitung
Kongolenze: in Bearbeitung
   
   

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Stand: 21 August 2009 / Köberich & Immel
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